Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

  • Middleton: Beaver Hunting in Canada 1777

  • Conrad Gesner Historiæ Animalium 1558

  • Kanadisches Mobilisierungsplakat 2.Weltkrieg

  • Briefmarke Polen Biber 1,25 Zloty

  • Wappen Eno (Finnland)

Allgemeine Schatz-Kammer Der Kauffmannschafft 1741

Carl Günther Ludovici: Allgemeine Schatz-Kammer Der Kauffmannschafft Oder Vollständiges Lexicon Aller Handlungen und Gewerbe So wohl in Deutschland als auswärtigen Königreichen und Ländern: Darinnen Die Beschreibung aller und jeder zur Kauffmannschafft und Handlung gehörigen Waaren, als Gold, Silber, Juwelen... Insonderheit wie und woher solche Waaren... Ferner derer Kauffleute Privilegien und Rechte, Gebräuche, Innungen... Ingleichen Eine nöthige Nachricht von den berühmtesten Handels-Plätzen und See-Häfen...: Nebst einem Anhange Derer jetzt florirenden Kauff- und Handels-Leute Namen, Contoirs, Fabriquen, Handlungs-Compagnien.... A - C, Heinsius, 1741


Biber, Bieber, Lat.Castor Fiber, Griech. xXXXX Franz. Bièvre Griech XXXXX, Jtal.Bivaro, Span. Bivaro oder Bivero , ein wildes'Thier, so in und ausser, am liebsten und meisten aber in stillen und laufendem Wassern lebet. Er ist fast wie

ein Meer-Hund, lang und schmal, hat einen kurzen und gedrukten Kopf, kleine runde Ohren und Augen, ein weites Maul, scharfe hauende Zahne, und eine schöne Haut, welche, je schwarzer sie ist, je fürtreflicher und höher sie zu halten. Sonsten sind die meisten Biber braun, oder grau wie ein Dachs. Man rechnet ihn unter das Wild,und er wird von Jägern gefangen. Sein Fell verarbeiten die Kürschner zu Mützen, Mützen, und andern Dingen. Die Rauchhändler treiben da« mit einen guten Handel. Von seinen Haaren machen die Hutmacher saubere und überaus zarte Hüte. In Nord-America giebt es die größte Menge von Bibern, daß deren in einem Jahre über 18000 sollen gefangen werden, und es treiben damit nicht nur die Franzosen auf Canada einen großen Handel, sondern es giebt auch in England eine ganze so genannte Biber Compagnie, welche von Prinz Ruprechten gestiftet worden, und von diesem Handel nach Nord-America großen Vortheil ziehet. Endlich kommt auch von diesem Thier eine berühmte Medicin, die man das Biber-Geil nennet, von dem ein besonderer Artickel handelt. Übrigens findet man dieses Thier sonderlich an der Donau in Oesterreich, desgleichen an der Aare in der Schweiz, in Burgund, Lotthringen,Polen,Rußiand, Preussen, wie auch in Italien, absonderlich wo der Poo-Fluß sich ins Meer ergiesset, wie auch in Spanien und Ponto, wo.das beste Castorium anzutreffen. Und halten sich dleseben in solchen Wassern gerne auf, so einen stillen Grund haben. Hingegen suchet man sie selten in großen Schiffreichen Wassern. Sie sind einerlei Art, ausgenommen , daß welche kleiner , welche größer, andere Weiblein, andere Männlein, viele mit einem kostbaren, noch mehrere aber mit einem geringen Balge versehen sind. In Scythia theilen sie solche in die schwarze, rothe und schwarzrothe schäckichte ab, da die schwarzen die Herren, die anderen aber die Knechte genennet werden. Das Biber ist gleichfalls ein Amphibion, meists in dessen Fell Aschgrau oder schwärzlich, mit gar gelinden Haaren besetzet. Ueber den Rücken hinunter sind sie meistens schwarz, welches am pretiösesten ist; denn je schwarzer der Biberbalg, je kostbarer. Der Schwanz ist artig, und hat vor andern Thieren was sonderliches. Derselbe ist eine gute zwerch Hand breit, dreymal so lang, und drey Finger dicke, ist drey, zuweilen auch 4 Pfund schwer, hat keine Haare, sondern ist fast glatt und schuppicht, bleichgelber Farbe, und mit Linien und Ringlein so gezieret, daß sie in der Forme eines schuppichten Fisches erscheinen, die Ohren sind ziemlich kurz, die Zähne aber desto länger, da zwey oben, und zwey unten zum Maule heraus ragen, so Goldgelbe sind, wormit er sonderlich die Fische anangelt, auch gegen andere Thiere sich besonders tapffer wehret, wohl gar kleine Bäumlein so artig damit abbeisset, daß Man denken solle, sie waren abgehauen worden.

Die Vorderfüsse sind ziemlich kurz, und HundesFüssen gleich, so gut zum Laufen, die Hinterfüsse aber kommen den Gänsefussen nahe, so zum Schwimmen, nebst dem Schwänze hauptsachsachlich .dienen. Zwischen denen zwey HinterFüssen, neben der Schaam,sind zwey Knötlein, so die Geilen seyn sollen, sind fast eines Hünereyes groß, halten einen fetten ölichten Saft in sich, der immer heraus zu schwitzen pfleget, worvon das hochbelobte Cattorium herkommet. Wenn er einen Fisch, oder sonst ein Stück Holz anbeisset, soll ers nicht ehe wieder ablassen, bis er das Krachen von den Fischgräten oder Holz gehöret. Wenn man ihn zu Hause halten und aufziehen will, so besudelt er mit seinem Koth weder Stube, noch Hauß, winselt immer, wenn er eingesperret ist. Seine Jungen liebet er so sehr, daß er sich ehe von Ketten und Banden loßreisset, und ihnen zueilet. Die vordem Füsse brauchet er als Hände, um Speise damit in Mund zu schieben. Ist oft verstopffeten Leibes; welches vielleicht daher kommt, weil er harte Sachen, als Baumrinden,Weiden, Erlen, Aspenholz, oder dergleichen, zu fressen pfleget. Er nimmet allezeit einerley Weg dahin, wo er einmal hingehet, lässt auch nicht ehe von dem Baum, bis er ihn abgebissen, siehet alle Bisse einmal in die Höhe, damit der Baum nicht unversehens ihm auf den Kopf fallen möge, daß er ihm entweichen könne, erbauet sich selbst vom Holze, bald in die Höhe, bald in die Tiefe, ein Hauß oder Hütte, nachdem der Fluß beschaffen ist.

Biber-Balg, siehe Biber-Fell.

Biber-Beutel, siehe Bibergeil.

Btber-Bläßlein, siehe Bibergeil.

Biber-Blut, siehe Bibergeil

Biber Compagnie, siehe Biber.

Biber-Fell, Biber-Balg, Bibet-Haut, lateinisch, Pellis Castoris Die Felle derer Biber sind wegen ihrer zarten und saubern Haare, sehr angenehm, und werden in Preussen zu Wintermützen, Muffen etc. gebrauchet. Diejenigen, so, von fetten Thieren kommen, sind besser und theurer als die magern, und je schwarzer sie sind, ie höher werden sie gehalten. Auch dienen sie äusserlich ausgeleget, denen Podacricis Chiragricis, Arthricicis, Isthiadicis &c. Die Biberhaare, Pili Castoris werden von denen Hutmachern aufgesuchet, und zu denen kostbaren Castor-Hüten angewendet, absonderlich die kurzen. Aus denen langen macht man auch Castor-Strümpffe,Handschuh, etc. Verbrannte Biber-Haare stillen das Nasenbluten. Absonderlich werden nur aus dem würcklichen Biber Haaren die ächten Castor-Hüte gemacht, welche eine der schönsten und besten Waaren in Engelland, Franckreich und Deutschland sind. Wiewohl im letztern Lande mehr falsch Gut von Caninichen-Fellen verfertiget wird. Die rechten Biber - Felle muß man folgender Gestalt aufsuchen: An den Bibern müssen die Haare lang und weich, als
Seide, und die Felle schmeidig seyn, als die Felle vom Hasen, der erst kürtzlich erschossen worden. Biber-Fett, Bibergeil-Schmalz, lateinisch
Axangia Castoris oder Pingucdo Castorei, dessen hat man zweyerley, eines kommt von dem Biber selbst, das andere aus denen sogenannten Biber-Geilen. Beyde werden ausgeschmolzen , und äusserlich wider Nerven-Krankheiten, Glieder-Reißen und Schmerzen, wider Mutter-Weh, fallende Sucht, Schlag, Krampff, zu. gebrauchet; wiewohl das letztere durchdringender, aber auch viel theurer ist.

Bibergeil, lateinisch Castoreum oder Castorium, französisch, L'/Odeur du bievre bestehet aus länglicht runden Eicheln oder Säcklein, welche beynahe so groß als ein Ey sind, ausserlich braun sehen, innwendig aber theils mit einer Zimmetfarbigten Materie, theils mit einer Fettigkeit angefüllet sind, und einen scharffen und et« was bittern Geschmack, nebst einem starken und sehr widrigen Geruch haben. Es kommt meistens aus Litthauen, über Dantzig, wiewohl es auch in Deutschland, Frankreich und an anderen Orten zu finden ist. Die Alten, welche in der Anatomie bey weiten nicht so genau erfahren waren, wie man wohl heut zu Tage ist, und derer rechten Geilen am Biber nicht wahrgenommen hatten, maßen sie gar kleinund an einem ziemlich versteckten Orte in denen Dünnen liegen, gaben einhellig vor: es wäre das Castoreum nichts anders als die Geilen oder Hödlein des Bibers, Lat. Testiculis Castoris weswegen es auch Bibergeil genennet worden. Ja viele setzten hinzu, daß, weil das Thier wüste, daß es deßwegen von denen Jägern ausgesuchet würde, sich solches in der Flucht dieselben selbst, abbisse, und von sich werffe, damit die Jäger von ihm ablassen möchten. Allein heut zu Tage wird diese Meynung von allen Gelehrten vor ein bloßes Mährlein und Gedicht gehalten, ungeachtetSchroeterus selbst in seiner Pharmacop.Med.Chrym.V. p.14 und Vielbeuer in Beschreibung fremder Materialien, denenselben noch beygepflichtet haben. Dann zu geschweigen, daß sich die Biber immer um das Wasser halten, und wenn sie verfolget werden, sich leicht ins Wasser werffen könnten; so ist erstlich gewiß, daß die Geile, ja die andern so genannten Bibergeile in dem Biber, wie an denen Schweinen, so tieff verborgen liegen, daß das Thier solche unmöglich ausbeißen kan, wie Dioscurides schon zu seiner Zeit gemuthmasset, und an der gemeinen Meynung zu zweiffeln angefangen, welcher sich 6Rondeletius nachmalen am ersten mit Ernst entgegen gesetzet, weil das so genannte Bibergeil sowol an denen Weiblein als Männlein zu finden: Ferner keine Gemeinschaft mit denen Geburts-Gliedern hat, auch ohne diese so genannte Bibergeile, noch die rechten Geilen an dem Biber gefunden werden, welche wie an andern aus vielen Funiculis und Zäferlein bestehen, dahingegen an denen Bläßlein, die beste«

man Castoreum nennet, nur eine braune, mit etlichen Häutlein vermischte Materie, Fett und dergleichen gefunden werden, wie solches Wornius in Mus.pag 321 Hoffmannus in Clav.Schroed. 653 und viel andere berühmte Medlici, nebst dem Gesnero, Aldrouando und andern, längst erwiesen haben; und hat man destoweniger Ursache daran zu zweiffeln,weil solches alles von der Königl.Academie des Sciences zu Paris in einer öffentlichen Anatomie befunden worden , wie aus einer französischen Beschreibung erhellet, welche genennet wird: Description anatomique d'un Camelon, d'un castor, d'un dromedaire , d'un ours & d'un gazelle und dessen Inhalt im Journal des Scavans T.V. ann 79 Mens.Dec. zu finden ist. In dem Unterleibe des Bibers gegen den untern Theil des Schloßbeines, befindet man vier große Beutel oder Sacke, von denen die beyden ersten die obersten genennet werden, weil sie ein gut Theil höher liegen, als die andern; sie sehen aus wie eine Birne und gehen zusammen, so, daß sie einem Quersacke nicht unähnlich sind. Ein jeder Beutels ist unten an dem Boden oder Grunde, ungefehr drey Zoll lang und anderthalben breit, und liegen einer auf der rechten, der andere auf der linken Seite an der Ruthe; wenn sie nun näher an die Ruthe kommen, machen sie gleichsam einen halben Cirkel; hernach werden sie immer schmähler, bis an ihren Eingang und Oefnung, woselbst sie nur etwann einen Zoll breit sind, und in den Mastdarm gehen, Sarazin Medicus in Canada, hat an denen Beuteln und deren T'extur drey Membranen oder Häutlein in acht genommen. Die erste ist einfach und sehr stark; die andere ist weit dicker, und gleichsam voll Mark und durch und durch mit Blutgefäßen besetzet; die dritte hat der Biber nur alleine, und dieselbe ist so trucken und so dicke, als wie ein Pergament, zerreisset auch von ihr selbst; doch ist sie dergestalt ineinander gewickelt, daß sie wohl drei Mahl so lang wird, als sie zuvor gewesen, ehe man sie auseinander gezogen har. Auswendig ist sie sehr glatt, Sehet grau, als wie Perlen, und ist oftermals mit braunen, bisweilen aber auch mit rötlichen Flecken, gezeichnet. Inwendig ist sie ungleich, und voll kleiner Faden oder Fasen. Dieses letztere Häutgen beschlösset eine wichtige Materie, die an denen kleinen Zasern hanget, aussenher grau siehet, innwendig aber gelbllcht ist, leichtlich brennet, und dabey einen starken, durchdringenden, unangenehmen Geruch von sich giebet. Dieses ist nun das wahrhaftige und rechte Castoreum und so genannte Bibergeil, das wird ausgeschnitten, zusammengebunden, und an die Luft gehänget, bis es hart und braun worden, daß es sich leichtlich zerbrechen uud zerreiben läst, welches in Monath-Zeit geschieht. Will man aber haben, daß es geschwinde harte werden soll; so darff man nur die Beutel etliche Tage in die Feuermäuer hängen, bis sie wohl getrucknet, die innwendige Materie hart, und die Beutelgen auswendig braun worden, wie Pommet in seiner Histoire des Drogues pag. 21. berichtet. Es müssen aber die Bläslein nicht gar zu schwarz gedörret werden, indem einige Materialisten in der Meynung stehen, der schwarze halte Gift in sich; wiewohl aber das nicht glaublich ist, so wird doch der schwarze nicht vor gut gehalten, wie Schurizus in seiner Material-Kammer berichtet, ohne Zweifel, weil er zur Faulung geneigt ist. Es sollen auch die Säckiein nicht gar zu feist und voller Fett, sondern fein trucken und sauber seyn, auch im Aufschneiden fein gelbbraun: und nicht schwarz aussehen. Die auf einer Seite mit etwas weißlichten Fette gespicket, und noch nicht eröffnet worden, hält man vor gut, wie Marxius in seiner Material-Kammer pag. 74 lehret. Sie wiegen, nach der Größe des Thiers, 4.6.8. 12 bis 16 Unzen,wie Pomet loc. c- zeiget, welcher das Danziger Bibergeil dem Castoreo de Canada, so gar zu trucken und fast ohne Geruch ist, weit vorziehet. Die beyden andern Beutel welche die untersten könnten genennet werden, liegen recht-und linker Hand am Mastdarme, unten an dem Boden sind sie rund, und werden immer kleiner, je näher sie an den Mastdarm kommen. Sie enthalten eine fettichte und schmierichte Feuchtigkeit, wie Honig, von Farbe blaßgelb, und von Geruch stinkend, wie das Castoreum, nur nicht so gar stark, jedoch unangenehmer. Diese Feuchtigkeit wird dicke, wenn sie alt wird, und bekommet eine Consistenz und Farbe wie Schmeer. Bey denen Kaufleuten trifft man die Blber-Beutel bald groß bald klein an, nachdem der Biber, davon sie genommen worden, stark gewesen. Die besten und dicksten werden von Dantzig gebracht, und können wohl 7 Jahr gut bleiben und dauren. Man soll diejenige erwählen, welche recht dicke und schwer sind, braun von Farbe, starkes und durchdringenden Geruchs, mit einer harten Materie angefüllet, die leichtlich bricht und sich zerreiben lasset, gelblicht und braun stehet, mit ganz zarten Häutlein ver« mischet ist, und einen scharffen Geschmack hat. Weil aber das Castoreum an hohen Werthe ist, und deswegen nicht allein aus einigen Gummatibus, als dem Gumm.Ammoniaco, Opopponax, Sagapeno, und dergleichen, mit dem rechten Castoreo, oder mit dem Biber-Blut vermischet, nachgemacht, und in dergleichen fette Häutlein eingenähet wird, sondern auch gar einige Betrüger, Stücken Bley, Kugeln, Sand, und dergleichen, in die Säcklein stopffen, wie alle obengemeldete Materialisten klagen; so muß man in acht nehmen, das das rechte wahrhafte Castoreum innwendig mit Fäserlein und kleinen Häutlein durchwachsen sey; da hingegen das falsche aus einerlei Wesen bestehet, und dergleichen Fäserlein und Häutlein nicht in sich hält, welches Moyses Charas in der Erzählung dererjenigenMedicamenten und Simplicien so zum Theriac kommen, vor ein untrüglich Zeichen hält, wodurch der Betrug entdecket werden kan; welches desto eher an denen Fragmentis Castorei zu sehen, so die Materialisten nebst dem ganzen Bläslein auch um etwas wohlfeilen Preiß geben, wiewohl sie öfters nur aus der äusserlichen Haut bestehen, und nicht viel nutzen. So kann man sich auch etwas nach dem Gewichte richten, indem das wahre Castoreum schwer und hart, das nachgemachte aber aufgeblasen, glatt und glänzend ist und so man daran drucket eine gelbe Materie ausstosset. Im übrigen zeiget der Geruch des Bibergeils, das es ein flüchtiges und ölichtes Salz oder Sal volatile oleosum in sich habe , womit es erwärmet, zertheilet, die zähen Feuchtigkeiten im Leibe wiederum dünne und flüssig machet, die Dünste dämpfet, der Fäulung wiederstehet, die bösen Feuchtigkeiten durch die unempfindliche Ausdünstung aus dem Leibe treibet, und die Nerven stärket, weswegen es in denen Haupt- und Nerven-Krankheiten, als ganzen oder halben Schlag, fallende Sucht, verlohrnen Gehör, Schwindel, und dergleichen, wie auch alle Bauchgrimmen, hauptsächlich aber gegen die so genannte Mutterbeschwerungen, Erstickung der Mutter, u.dergl ein sehr herrliches Mittel ist, auch die monatliche Zeit und alle Reinigungen nach der Geburth befördert, wie alle glückliche Practici gestehen, uneracht Zwelfferus in Pharm.Reg. pag65 solchem widersprechen wollen, und der einzige ist, so vorgeben will, das Castoreum wäre in denen Mutterschwachheiten nicht gut, aber ohne Grund, wie Ettmüller in Comment.Schroed. p.778 schon gezeiget, auch alle mit der Mutter geplagte Weiber widerlegen können, welche durch den bloßen Geruch des Bibergeils gleich Linderung spühren. Die Dosis muss nach dem Alter gerichtet werden, von gr. IIII bis Zi auch wohl 3ß. In denen Apotheken hat man das Oleum Castorei infufum und destilatum, ingleichen das Electuarium, Extractum, dieEssentiam communem, und cum Spirit. Salisarmen. Dos.Extracti von gr.III bisXII. Essentiam communis von gutt. VII bis XXXV. Eff Castor. cum Spirit Salis arm.von Gutt III bis XXX. Das Oleum infusum wird nur äusserlich, das Electuarium aber gar selten gebrauchet. Diosc.II 26.Adamus Lonicer. Kräuterbuch p.601 Seqq. Die schmierige Feuchtigkeit, in denen untersten Biberbeuteln zertheilet gar sehr und stärket die Nerven wenn sie äusserlich gebrauchet wird. Nun könnte man noch mit wenigen untersuchen, ob nicht das Castoreum außer dem Nutzen in der Arzney, dem Biber selbst auch noch einigen schaffte? zumahl, da doch nichts vergebens geschaffen, sondern alles seine gnugsame Ursache hat, warum es vielmehr auf solche Art, und nicht anders ist: und vielleicht können einige Eigenschaften dieses Thieres uns auch zugleich solchen Nutzen entdecken. Es nehret sich der Biber von denen Rinden und Wurzeln derer Bäume, die er aber nur zur Sommerzeit, so lange die Rinde Safft hat, und die Wurzeln in der Erde nicht gefrieren, genutzen kann, und wenn er auch gleichnach etlicher alten Auctorum Meinung , Fische und Krebse verzehren sollte; so wird ihm auch diese Speise des Winters Zeit durch harten Frost, der die Gewässer zuschleust, entzogen, daß er also nothwendig, gleich vielen andern Thieren, eine geraume Zeit viel schmäler beissen, auch wohl gar hungern, und, wie man sagt, von denen Ribben zehren muß. Weil denn nun also das Fett bey ihm nicht gar zu häufig zu finden ist; so hat vermuthlich die göttliche Vorsorge diesem Thiere noch solche vier Beutel zugeeignet, darinne das Castoreum, und ölichte Materie, als gleichsam zweyerley concentrierte Extracte, seine Säfte und Feuchtigkeiten, im Vorrathe gesammlet werden, und welche der Biber, gleichwie der Dachs, seine Speckbeule am Schwanze, im Winter saugen, und durch den Genuß des verdünnenden Wassers, sich selbige Nahrung verdünnen, und dadurch sein Leben unterhalten könne.

Digitale Ausgabe bei Google Books