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Heinrich Willhelm Döbel: Neueröffnete Jäger-Practica 1754

Heinrich Willhelm Döbel
Neueröffnete Jäger-Practica, Oder der wohlgeübte und Erfahrne Jäger, Darinnen Eine vollständige Anweisung zu gantzen Hohen und Niedern Jagd-Wissenschaft in Vier Theilen ... Alles aus vieljähriger eigener Praxi gründlich und deutlich gezeiget und beschrieben; mit vielen Kupfern und Grund-Rissen. Nebst einer Vorrede des Herrn Cantzlers Freyherrns von Wolf, Im Verlag Johann Samuel Heinsii sel. Erben, 1754

Das 84. Capitel.

Von dem Bieber-Fange.
Der Bieber, als ein dem Holtze und den Fischen sehr schädliches Thier, wird mit einem guten Teller-Eisen, das zwey gute Federn hat, gefangen.Nemlich man leget sothanes Teller-Eisen an den Ort, wo er aus seiner Burg steiget, schneidet dieses Eisen in die Erde ein wenig ein, bedeckt es mit Laube, und in der Erde, leget

darum frische Espene, Weidene oder Haselne Reiser
Wenn er nun aussteiget, Bäume zu schälen, oder umzuhauen (denn der Bieber schälet nicht nur die Bäume, sondern hauet auch dieselben ganz um, und traget sie zu seiner Burg) ; so will er die Reiser wegnehmen, wird aber darüber von dem Teller-Eisen erwischet und gefangen.
Das Eisen muß aber an eine Kette angeleget werden. Denn sonsten nimmt er es mit fort.
Witterung nimmt er, wie andere Raub-Thiere, nicht sonderlich an, sondern man braucht nur das Eisen mit Espenen und haselnen Knospen zu bereiben, und sodenn, wie vor beschrieben, in die Erde, oder bey seiner Burg, wo er auß- und einsteiget, ins Wasser einzulegen.

Das 85. Capitel.

Auf eine andere Art die Bieber zu fangen.
Wie nun der Bieber seine Burg gemeiniglich auf oder dichte an das Wasser bauet; also machet man zu dessen Fangung folgendes Netz; Nemlich man stricket ein Netz auf die Art, wie ein Wachtel-Garn, von dünnen Leinen, eines kleinen Fingers dicke. Das In-garn muß so starck, als wie das Reb-garn seyn. Dessen Höhe muss drey Ellen hoch, die Spiegel-Maschen 18 Zoll weit seyn, die Länge kan nach Gefallen und nach der Grösse des Wassersgemachet werden.
Am dienlichsten und besten ist es, wenn die Länge 50 Schritte in sich hält, und soll man derselben 3,4 bis 6 allezeit im Vorrath haben, sonderlich an denen Orten, wo es viel Bieber giebet. Sie werden ordentlich an Stangen von viertehalb Ellen lang, gleich einem Stell-netze eingebunden. Diese Netze nimmt man, und stellet sie auf das Land an den Orten, wo er seinen Aus- und Eingang hat.
Wenn es nun gestellet ist, so gehet einer, und sucht ihn mit dem Hunde auf, und siehet, wo er schälet. Der andere aber muß an dem Orte des Netzes liegen bleiben, und Achtung geben, wenn der Bieber kömmt. Dieses kan er mercken wenn der Bieber an die Netze und Leine rücket, so laufft er zu, und schägt ihn todt. Denn wenn dem Bieber Zeit gelassen wird, so frißt er sich durch die Netze. Oder man stellet die Netze ferne und weit ab um des Biebers Bau und Burg herum in das Wasser.
Wenn nun die Stellung fertig ist, so lasset man Dachs-Hunde in die Burg hinein, welche ihn heraus treiben müssen, und giebt genau Acht, wenn er kömmt, und sich in die Netze fänget. damit er sich nicht durchfresse. Ersteres geschiehet bey der Nacht letztere Methode aber verrichtet man am Tage.
Hierbey ist noch zu mercken, daß der Bieber einen Bau in den holen Ufern nicht weit von der Burg habe, welches so nahe dabey ist, daß er aus einem in den andern sogleich kommen kan. Dieses wäre nun die Art und Weise, den Bieber mit dem Netze zu fangen. Nunmehr aber folget eine andere Methode, den Biber mit der Mathe zu fangen.

Das 86.Capitel.
Methode, den Bieber mit der Mathe zu fangen.
Es pfleget der Bieber auch zuweilen seine Burg und Bau an den Laachen und Orten, wo vor diesem die Flüsse gegangen und bey dem großen Wasser auch noch hinein treten, darinnen auch sowohl Wasser, als Fische bleiben, zu bauen, und aufzuführen. Daselbst sind sie nun mit geringer und leichter Mühe zu fangen. Nemlich man machet eine Mathe von 15 bis 18 Ellen lang, mit einem ziemlich langen Küttel und mit Gehencke und Bley, wie eine ordinaire Fischer-Mathe. Diese nehmen ihrer zwey oder drey, und stellen sie um den Bau und die Burg. Man muß aber ganz stille und behutsam hinzugeben, auch die Mathe behutsam und vorsichtig ins Wasser bringen. Hernach schicket man einen Dachs-Hund in den Bau und die Burg hinein, daß er ihn heraus stöbere.

Wenn er nun kömmt, und in die Mathe fähret, muß man fix seyn, und die Mathe geschwinde aufheben, so liegt er darinnen wie ein Fisch; sodann schläget man ihn todt. Anbey kan ich nicht vorbey lassen, wie ich zu der Zeit, da ich in Dessauischen Diensten war, gesehen, daß die Fischer einen Bieber im Garn-Sacke gefangen, und denselben lebendig herein gebracht und erhalten haben, welchen ich selbst gestreiffet habe.
Dieses sey nun genug von Fangung dieses Amphib. Ich gehe von hier weiter auf ein, so zu sagen, unterirdisches, und in sehr tieffen Bauen sich aufhaltendes Thier, den Dachs, un will von verschiedenen Arten, denselben zu faßen, auch etwas anzeigen, so wie es am practicablesten ist, und zwar erstlich:


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