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Brehm: Führer durch das Berliner Aquarium 1870

Führer durch das Berliner Aquarium: Eine kurze Beschreibung der in ihm zur Schaugestellten Thiere A. E. Brehm
Verlag des "Berliner Aquarium", 1870 - 84 Seiten

Seite 71

76 (308). Ueber wenige Tiere ist mehr gefabelt worden als über den Biber (castor fiber). In den Zeiten. in denen es noch viele Biber in Europa gab. lag die Naturgeschichte in den Windeln. und Erdachtes und Erforschtes mischten sich in wunderlichster Weile. Gegenwärtig lebt das Tier mit Ausnahme der gehegten Siedelung an der Mittelelbe nur noch im Südosten und Norden. unseres Erdteiles. in Sibirien und Amerika: gleichwohl sind wir über dem Leben und Treiben ungleich besser unterrichtet als unsere Väter.

Der .Biber zählt zu den Nagern. welche sich Wohnungen errichten, die deshalb besonders kunstfertig sind. als sie im oder am Wasser liegen. Ein einzeln lebendes Biberpaar haust meist wie der Fischotter in emem Bau oder Geschleife. d. h. einer Höhlung im Uferrande. deren Ausgang unter dem Spiegel im frostfreien Wasser mündet. oder es baut sich eine Burg, nicht aber einen Damm zum Aufstauen des Gewässers. wie größere Gesellschaften unter Umständen zu tun pflegen. Der Damm befieht aus armsdicken 2-6 Fuß langen Pfälen. welche mit dem einen Ende in den Boden gesenkt. durch schwächere biegsame Zweige verbunden und durch lehmige Erde gedichtet werden. Oberhalb des Dammes auf Inseln oder Rosten, werden die Burgen errichtet, backofenartige 4-7 Fuß hohe. 10-12 Fuß im Durchmesser haltende. dickwandige Gebäude. bestehend aus den entschälten Zweigen. verbunden und gemörtelt durch Sand und Erde. Der Schwanz wird beim Bauen nicht benutzt. wie in so vielen Büchern angegeben, vielmehr alle Arbeit mit den Händen verrichtet. während der Schwanz einzig und allein beim Schwimmen als Ruder dient. Eine Wohnkammer und ein Vorratraum. in welchem gegen den Herbst hin Nahrung anfgespeichert wird, sind die Räumiciikeiten, über welche die burgbewohnende Familie verfügt; zerschleißte Zweige werden zum Lager geordnet. Das Außenleben beginnt gegen oder nach Sonnenuntergang; die Ranzzeit fällt in den Februar, die Geburt der Jungen in den März. - Eine geordnete Forstwirtschaft und Duldung des Bibers sind unvereinbar; denn unser Nager gehört u den ärgsten aller Waldverwüstier. Das werdende Bäumchen schneidet er ab, der ihn ernährenden Rinde halber. den stärkeren Baum fällt er zu Bauzwecken. Doch hat ihn in Deutschland und Europa nicht der Förster, sondern der Jäger ausgerottet. Sein Fell wird hoch geschätzt sein Wildpret nicht verachtet. sein Geil, der Jnhalt zweier Drüsen, mit Gold aufgewogen. An die Gefangenschaft gewöhnt sich der Biber bald, wird zahm und anhänglich, soll sogar zu freiem Aus- und Eingehen gebracht-werden.


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