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Morgenblatt für gebildete Leser 1865

Morgenblatt für gebildete Leser, Band 59 J. G. Cotta'sche Buchhandlung., 1865

Correspondenten Nachrichten.

Seite 788

Hamburg, Juli.
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Neuerdings ist der zoologische Garten abermals durch mehrere interessante Thiere bereichert worden. Unter diesen nehmen den ersten Rang vier Biber ein, welche die lange Reise aus dem Westen Nordamerikas bis zu uns glücklich zurückgelegt haben und sich bis jetzt ganz wohl befinden. Wer von uns Deutschen hat je einen lebendigen Biber gesehen? Von vielen Tausenden gewiß kaum Einer. Selbst der Direktor unseres Gartens, Dr. Brehm, der sich alle erdenkliche Mühe gab, aus unserem Vaterlande, wo Biber noch sehr vereinzelt an der Mittelelbe vorkommen, ein Paar dieser seltenen Thiere uns zuzuführen, ging es wie jedem Laien. Die fremden Ankömmlinge waren ihm so neu wie Allen. Jetzt bilden sie den Hauptreiz des Gartens, und sind in dem Bassin, wo man einstweilen zwei untergebracht hat, stets von Schaulustigen belagert. Müßig sind diese Thiere keinen Augenblick, das muß man ihnen lassen. Entweder schlagen sie Purzelbäume im Wasser, oder sie sitzen nagend und mit ihren scharfen Zähnen sägend an dünnen Stämmen, die man ihnen hingelegt hat. Dabei brauchen sie die sehr zierlich geformten Vorderfüße mit großer Geschicklichkeit, so daß sich ihr Talent zum Bauen leicht erkennen läßt. Merkwürdig geformt ist der breire, platte Schwanz, der einem kurzen Ruder nicht unähnlich ist. Sobald die Mittel vorhanden sind, soll, wie man hört, ein besonderer Biberteich angelegt werden. Dann trifft man, ist das überhaupt möglich, wohl auch Anstalten, welche den merkwürdigen Thieren Gelegenheit zu Entwicklung ihrer Talente als Naturbaumeister geben, wovon die Wissenschaft ja nur Gewinn haben könnte.