Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

  • Middleton: Beaver Hunting in Canada 1777

  • Conrad Gesner Historiæ Animalium 1558

  • Kanadisches Mobilisierungsplakat 2.Weltkrieg

  • Briefmarke Polen Biber 1,25 Zloty

  • Wappen Eno (Finnland)

Martin: Die Praxis der Naturgeschichte 1876

Philipp Leopold Martin (* 5. November 1815 in Gnadenberg bei Bunzlau, Schlesien; † 7. März 1885 in Stuttgart[1]) war ein deutscher Naturforscher, Ornithologe und Tierpräparator, gilt als Begründer der modernen Museumsdermoplastik und als Vordenker des deutschen Naturschutzes.

Philipp Leopold Martin ,Die Praxis der Naturgeschichte : ein vollständiges Lehrbuch über das Sammeln lebender und todter Naturkörper; deren Beobachtung, Erhaltung und Pflege im freien und gefangenen Zustand; Konservation, Präparation und Aufstellung in Sammlungen etc. 1876

Seite 56f.

Der zerstörende Einfluss des Menschen.

Die Wälderverwüstungen in vielen europäischen Ländern und gegenwärtig in Nordamerika, liefern einen traurigen Beweis menschlichen Unverstandes, durch welche der Naturhaushalt auf eine unberechenbare Weise gestört und eine totale Veränderung des Naturlebens hervorgebracht wird. Auf ebenso unverantwortliche Weise, wird der Krieg gegen die Thierwelt fortgesetzt und ganze Geschlechter derselben, dem sicheren Untergang geweiht oder sind bereits vollständig vertilgt, wie der Dronte, die Moa, der Riesenalk, die Stellersche Seekuh, zur Genüge beweisen. Einem gleichen Schicksal gehen der Schweizer Steinbock, das Elenn, der Wisent, der europäische Biber und andere entgegen. Noch grausamer wird der Vertilgungskrieg in Nordamerika betrieben, wo der aller Gesetze spottende Yanke, den Bison, Wapiti, Elch und andere Thiere, auf brutalste Weise tödtet und verfolgt. Ein Aehnliches wird durch die Elefantenjäger in Afrika besorgt und werden die Antilopenherden auf das Unverständigste gelichtet. In ganz gleicher Weise verfährt der menschliche Eigennutz auf der See, wo die Walfische und Robben in rohester Weise der Vernichtung preisgegeben werden und ist es einer Hand voll brutalem Gesindel erlaubt, auf Kerguelen, ihr unverständiges Zerstörungswerk, gegen die Südseewale und Rüssel- roben, bis ans letzte derselben fortzusetzen. Es würde mir leicht sein, dieses unerquickliche Thema viel weiter fortzuführen, aber begnügen wir uns mit dem hier Erwähnten, das nur die Aufgabe hat, als Beispiel einer noch ganz unbeantworteten Frage zu dienen, die in das Gebiet des allgemeinen Völkerrechts gehört und endlich doch zum Austrag kommen muss.

Digitale Ausgabe bei Archive.org