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Fischart: Das philosophisch Ehezuchtbüchlein 1597

Johann Baptist Fischart, genannt Mentzer (d. h. „Mainzer“ nach der Herkunft des Vaters; * 1546 oder 1547 in Straßburg; † 1591 in Forbach), war ein frühneuhochdeutscher Schriftsteller.

Johann Fischart: Das philosophisch Ehezuchtbüchlein oder die Vernunfft gemäße Naturgescheide Ehezucht / sampt der Kinderzucht.
Auß des berühmbten unnd hocherleuchten / Griechischen Philosophi Plutarchi / vernunfft gemäßen Ehegebotten unnd allerley andern anmütigen Gleichnissen / Sprüchwörtern……- Straßburg, B. Jobins seligen Erben 1597


Welche die Eheleut dem Biber vergleichen thun es ohn zweiffel auß disser ursach halben: dieweil dasselb Thier halb Vieh und halb Fisch ist / beydes zu wasser und zu Land lebig / beydes mit pfaten fornen und mit Gänßfüssen hinden verwart / unnd zu lauffen unnd schwimmen gerüst: das also auch ein par Ehevolck / wiewol es in ungleiche gestalt getheilt ist, sich doch einen leib achten solle / welcher wol unterschiedene ämpter brauchet / die doch zu unterhaltung eines Leibs dienen: Als wann daß fordertheil / der Mann die Nahrung deß Lands suchet / daß ist / ausserhalb des Hausses wirbt unnd handelt: daß ander theil im wasser sich behülffet /  das ist deß hausses wartet / geschicht solches alles gleichwol zu dienst einem leib.

Der lang Bauch aber am Biber (dann der bauch ist das gröst an ihm) bedeutet die Haußhaltung darein viel gehöret / unnd darein  man stäts vil zu beyder Ehegatten auffenthaltung tragen muß.

Wie der Biber ein feucht trocken leben führet / also gehets zu zeiten auch den Eheleuten wol und ruhig zeiten rauch und trübe: gehet ihn also trüblauter unnd lautertrüb.

Die Eheleut sollen auch von den Bibern lehrnen das /

Unverdrossen und allgemach
Werden verricht die schwärsten Sach

Dann die Biber lassen sich die müh nicht verdriessen /  das sie etliche Nächt nacheinander eines dicken Baums halben außziehen / biß sie ihne allgemach umhawen und niderfällen: Also sollen die Eheleut ernsthafft mit arbeiten anhalten / so mögen sie etwas erhalten / und was nicht geschicht inn der eyl / das geschicht doch mit der weil.

Das Gesind die Knecht und Mägd / welche man inn der Haußhaltung braucht / werden bedeutet durch die frembde Biber, die auß eim andern gebiet anderswoher verloffen sind / dann solche prauchen die Biber / so umb ein Wasser wonen / zur wunderlichen Bosselarbeit / wenden ihn auff den rucken / legen ihm Holz zwischen die Bein / und ziehen ihn bey dem Schwanz / wie ein Wagen mit Holz beladen heim / ihre Näster  zubauwen: welche sie dann für das Wasser unnd den Lufft mit vielen gebinen machen: gleich wie auch die Eheleut ihre Wonungen für Wasser und Wind versehen.

Die köstliche Bibergeylin wollen wir nicht vergleichen / sondern einen jeden selbs applicieren lassen / dieweil allen wissend ist / wie nöhtig unnd vieler uneinigkeit  vereinigerin daß Männlich Biberstuck inn der Ehe seye. Sonst der Biber / welcher ihm selbs außhauet bedeutet einen Haußvatter / der ihm selbs schadet / und andern nichts nutzt.

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