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Bertuch Bilderbuch für Kinder 1801

Bertuch, Friedrich Justin; Bertuch, Carl

Bilderbuch für Kinder: enthaltend eine angenehme Sammlung von Thieren, Pflanzen, Früchten, Mineralien ... alle nach den besten Originalen gewählt, gestochen und mit einer ... den Verstandes-Kräften eines Kindes angemessenen Erklärung begleitet (Band 1)

Weimar, 1801 (2. Aufl.)

 

 

DER BIBER

Der Biber (Castor Fiber") ist eins der kunstreichsten und merkwürdigßen Thiere. Er ist ein Bewohner der kalten sowohl als gemässigtern Länder von Europa, Asien und Amerika. Am zahlreichen Orten werden sie noch in Nordamerika in wüsten Gegenden an den Ufern grosser Flüsse gefunden.

Der Biber ist ohngefähr dritthalb bis 3 Fuss lang ohne seinen fast halb so langen, breiten sehr fleischigen und mit Schuppen besetzten Schwanz , der allein von dem Thiere eßbar ist und wie Fischfleisch schmeckt. Die Beine sind ganz kurz, die vorderen Fig. 2. sehr klein,und ohne Schwimmhaut, die hinteren aber Fig 1weit grösser und mit einer Schwimmhaut versehen, so dass er vermitteln derselben und seines Schwanzes vortreflich schimmen und untertauchen kann. Die Farbe seines Fells ist kastanienbraun ; es giebt aber auch fast ganz schwarze und weisse. Sein Fell ist ein sehr wichtiger Handelsartikel, sowohl als Pelzwerk, vornehmlich aber auch wegen seiner schönen weichen und glänzenden Haare, woraus theils die Hüther die sogenannten feinen Castorhüthe nachen, theils feine weiche Castortücher, Handschuhe und Strümpfe verfertigt werden. Ingewissen Bälglein oder Beuteln an den Hinterfüßen unter dem Schwänze, trägt er das sogenannte Bibergeil, ein dem Wachse ähnlichesFett, das als eine heilsame Arzney gebraucht wird.

 

Der Biber liebt einsame, stille, dickwaldige, wasserreiche Gegenden, und lebt da in ganzen Republiken von eins bis 200 zusammen. Kein Säugthier hat mehr Instinct zur Arbeit und bereitet seine Wohnung kunstreicher als der Biber. Er macht sich nicht nur einen Bau in das hohle Ufer, wie die Fischotter, sondern bauet sich ein ordentliches Haus mit Etagen und Kammern, und fället und bearbeitet dazu die grössten Bäume. Zur Anlegung seiner Burg wählt er ein beschattetes, seichtes, langsam fliessendes Wasser in tiefen Buchten der Flüsse. Damit ihm aber das Wasser da nicht zu niedrig werden kann, so führt er zuförderst unterhalb der zu bauenden Wohnung einen Damm queer durch den Fluss, den er mit erstaunlicher Kunst und Mühe verfertigt. Der Grund davon besteht aus Stücken von Baumstämmen, an welche Pfähle, und zwar schräg gegen den Fluss eiugestosscn sind ; hierauf wird der Damm 4 bis 5 Ellen dick von geflochtenen Zweigen und dazwischen gekneteter Erde und Letten so dicht aufgeführt, dass er eine lange Dauer hat.

 

Die Wohnungen liegen zuweilen einzeln, zuweilen 10, 12 und mehrere beysammen, und sind von verschiedner Grösse. Der Umfang 'derselben ist oval oder rund, bis 30 Fuss, so wie die Höhe oft 8 und mehr Fuss hat. Der Grund wird wiederum von Stücken gefällter Bäume sehr ordentlich gelegt, die Wände senkrecht darauf aufgeführt, ein rundes Dach darauf gewölbt, und alles mit Erde dicht überzogen, und ausgeknetet. Solch eine Wohnung hat gewöhnlich 3 Geschosse, eins unter dem Wasser, eins dem Wasser gleich und eins über dem Wasser; und jedes 2 Zugänge, einen vom Ufer, und den andern vom Grunde des Wassers.

Der Biber nährt sich von der Rinde grüner Espen, Weiden, Birken, von allerhand Kräutern und Schilf,frisst auch Fische und Krebse. Man fängt ihn in starken Netzen , Reusen , Fallen und mit Hunden.

Original im DinA2 Rahmen x